Anna Zentner
Bei den Pappeln fängt die Freiheit an
Erinnerungen einer Donauschwäbin an die Vertreibung
Mit einem Nachwort von Josef Zentner
ISBN-10: 88-6069-000-5
ISBN-13: 978-88-6069-000-5
80 Seiten (mit Bildteil)
Format 12x19 cm
Fadengeheftete Broschur
Preis 13 Euro

Anna Zentner
Bei den Pappeln fängt die Freiheit an. Erinnerungen einer Donauschwäbin an die Vertreibung

»Ein starkes Plädoyer gegen den Krieg.« (Kleine Zeitung Kärnten)

Rückentext

»Ab dem Frühjahr 1947 mussten alle Arbeitskräfte auf den Feldern der umliegenden Dörfer arbeiten. Da gab es zu Mittag auf dem Feld einen großen Schöpfer gekochten Reis. Die meisten Mütter aßen nur wenig davon und brachten den Großteil dieser kargen Mahlzeit zu ihren Kindern ins Lager. Meinem Kind ging es immer besser als den meisten anderen: Es hatte mich und die beiden Großmütter und von allen bekam es etwas ab. Wenn aber eine Mutter mehrere Kinder hatte und sonst niemand etwas für die Kinder geben konnte, endete es gewöhnlich so, dass sie selbst den Hungertod erlitt, weil sie das meiste den Kindern gab.«

In schnörkellosen Worten beschreibt die Donauschwäbin Anna Zentner ihre Vertreibung und Flucht aus Werschetz im Banat in den Jahren 1945 bis 1947. Nicht die hohe Politik steht im Vordergrund, sondern das Schicksal einer einfachen Frau, die sich den Zwängen einer unseligen Zeit unterwerfen musste.

Innentext

Westeuropa 1945. Ganze Länder liegen in Trümmern. Nun aber ruhen die Waffen, Bombardierungen und Staatswillkür haben ein Ende. Anders in Ost- und Südosteuropa. Für Millionen Deutsche beginnen jetzt Jahre der Unterdrückung, Vertreibung und Flucht aus ihren Heimatdörfern und -städten. Als Vergeltung für die Gräueltaten Nazideutschlands werden mitten im Frieden Menschen enteignet, entrechtet, ausgebeutet und ermordet; Jahrhunderte des Zusammenlebens verschiedener Völker finden ein jähes Ende. Vorliegende posthum erscheinende Autobiographie einer Donauschwäbin nimmt ihren Ausgang im ›serbischen Banat‹ in der Nähe von Belgrad und endet in Kärnten, dem südlichsten Bundesland Österreichs.

Anna Zentner (1923 – 2002) ist 21 Jahre alt, als die deutsche Bevölkerung ihrer Stadt vertrieben werden soll. Nur das couragierte Eingreifen serbischer Bauern aus der Nachbarschaft verhindert dies. Wenige Monate später aber wird aus der Vertreibung Ernst. Mit ihrem kleinen Sohn im Arm und gemeinsam mit ihren Verwandten muss sich Anna Zentner auf eine unfreiwillige Reise begeben, an deren Ende für sie und ihren Sohn die Freiheit, für manche ihrer Angehörigen aber der Tod steht.

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Rezensionen

Die Geschichte einer ganz normalen Vertreibung

Anna Zentner hinterließ unsentimentale Erinnerungen einer Donauschwäbin

Klagenfurt. Vertriebenen-Literatur haftet zuweilen etwas Revanchistisches an, als ob die Schrecken des Krieges gegeneinander aufgewogen werden könnten und eigenes Leid das Leid anderer rechtfertigen würde.

Bei Anna Zentner ist das anders. »Am Vormittag des 18 November 1944 kamen plötzlich zwei Partisanen mit Gewehren ins Haus und sagten, dass wir raus müssten«, heißt es in ihrem Büchlein »Bei den Pappeln fängt die Freiheit an«. Nüchtern und ohne Bitterkeit erzählt die 2002 in Villach verstorbene Arbeiterin von ihrer Flucht aus dem Banat, wo ihre Familie über Generationen gelebt hatte. Der Einmarsch der Deutschen und deren spätere Niederlage änderte alles. Die 21-Jährige, deren Vater noch beim jugoslawischen Militär gedient hatte, wurde aus ihrer Heimatstadt Werschetz (Vrsac) vertrieben und kam in diverse Lager, wo ihr die Existenz ihres kleinen Sohnes so manches Leid ersparte. 1947 gelang Zentner die Flucht in den Westen, während andere - wie etwa ihre Schwiegermutter - den Hungertod starben. Ein starkes Plädoyer gegen den Krieg. K.H.

»Bei den Pappeln fängt die Freiheit an«, Prokopp & Hechensteiner, 80 S., 13 Euro

Kleine Zeitung Kärnten (27.5.2006, Seite 73)

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Buchtipp

Anna Zentner, Bei den Pappeln fängt die Freiheit an. Erinnerungen einer Donauschwäbin an die Vertreibung, Verlag Prokopp & Hechensteiner KG, broschiert, 78 Seiten.

Das Schicksal einer Vertreibung wird in den sehr persönlichen Aufzeichnungen der Anna Zentner aus dem Blickwinkel einer unmittelbar Betroffenen lebendig.

Die deutschsprachige Familie, die über mehrere Generationen in Werschetz (Banat – heute in Serbien-Montenegro) gelebt hat, wird während des Zweiten Weltkrieges aus der angestammten Heimat vertrieben.

Die ungewöhnlich nüchterne Sprache, die ohne Hassgefühle erlittenes Unrecht und den Kampf um das nackte Überleben beschreibt, wirbt nicht um Mitleid, ist daher aber umso beeindruckender. Die einfache und starke Frau, die das Überleben ihrer selbst und das ihres Kleinkindes der couragierten Hilfe der Partisanen wie der Serben und Ungarn verdankt, weiß in den Schilderungen nichts von den politischen Hintergründen ihres Schicksals, die sie schließlich bis nach Kärnten führen.

Die Geschichte des Unrechts, von unten gesehen, macht den großen Reiz (für den Leser den Gewinn) dieses besonderen Buches aus.

Der Sonntag Kärnten (7.5.2006, Seite 23)

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Freiheit beginnt bei den Pappeln

In einem kleinen Bändchen hat die Donauschwäbin Anna Zentner das Flüchtlingsschicksal ihrer Familie niedergeschrieben. Vieles steht im Gegensatz zur jetzt aufblühenden Natur. Im Geleitwort schreibt der Sohn Josef Zentner u.a.:

»Als meine Familie vertrieben wurde, war ich zweieinhalb Jahre alt. Mehr als konkrete Erinnerungen sind mir von der Flucht sinnliche Eindrücke geblieben. Das Knallen der Gewehre als wir durch den Zaun schlüpfen, der Geschmack des Klees, den wir gierig essen, das Bild des toten Cousins, der in einen Sack gesteckt in eine Grube geworfen wird.« Seine Mutter habe er als starke Frau erlebt, einmal auf der Flucht, die sie als knapp 25-Jährige mitmachen musste und dann als alte Frau, die ihre Erinnerungen an die Vertreibung niederschrieb, verbunden mit vielen schmerzhaften Erfahrungen. Wie groß muss das Glücksgefühl gewesen sein, als ihnen die Ungarn sagten, dass dort, wo die Pappelbäume auf beiden Seiten der Straße stehen, die Freiheit anfängt? Das Schicksal hat die Flüchtlingsfamilie in eine andere, bessere Welt katapultiert. Die schreckliche Wirklichkeit wurde von Menschlichkeit übertönt.

Heinz Stritzl

Kärntner Woche (10.5.2006, Seite 19)



Buchvorstellung und Lesung

Frauenmuseum ›Evelyn Ortner‹

Donnerstag, 6. April 2006, 20 Uhr
Es liest Alexandra Madl
Meran, Lauben 68
0473 23 12 16
www.museia.org

Bibliothek Eppan

Mittwoch, 3. Mai 2006, 20.30 Uhr
Es liest Antonia Tinkhauser
St. Michael/Eppan, Hans-Weber-Tyrol-Platz 4
0471 66 04 06
www.bibliothek-eppan.com

Gesellschaft für bedrohte Völker

Freitag, 12. Mai 2006, 20.30 Uhr
Es liest Antonia Tinkhauser
Bozen, Marconistraße 5
0471 97 22 40
www.gfbv.it

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